Going for a swim

Wer kennt es nicht? Kaum beginnen die Tage kürzer und die Temperaturen kühler zu werden, meldet sich auch schon die erste Erkältung. Ob es sich dabei nun um einige Tage Halsweh und Schnupfen oder eine ausgewachsene Grippe mit Fieber handelt, unangenehm ist es immer. Und gerade in der aktuellen Pandemie-Situation sollte ein Infekt nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wie Sie einem Krankheitsfall vorbeugen und gleichzeitig auch noch etwas für Ihr Wohlbefinden tun können, lesen Sie hier.

«Abwehrkräfte stärken durch Saunieren.»

Das Stichwort heisst Abhärtung

Unter Abhärtung versteht man das Gewöhnen des Körpers an extreme Wärme- und/oder Kältereize. Ziel dabei ist eine erhöhte Resistenz gegenüber grippalen Infekten sowie eine insgesamt verbesserte körperliche Leistungsfähigkeit. Traditionell liegt der Fokus auf Kältereizen wie bspw. kalten Aufgüssen oder dem Baden in freien Gewässern im Winter. Allerdings sind insbesondere die extremeren Varianten wie das Winterbaden durch eine erhöhte Belastung des Herz-Kreislauf-Systems häufig mit Risiken verbunden.

 

Saunieren als schonende und effektive Abhärtung

Als schonendere und vor allem noch effektivere Variante wird das regelmässige Saunieren betrachtet. Dies nicht zuletzt dadurch, dass ein korrekt durchgeführter Saunabesuch sowohl einen extremen Wärme- als auch einen extremen Kältereiz durch die folgende Abkühlung beinhaltet.

 

Bessere Durchblutung der Schleimhäute

Dieses Wechselspiel von kalt und warm führt langfristig zu einer besseren Durchblutung. Das hilft nicht nur gegen kalte Hände und Füsse während der Wintermonate, sondern damit geht auch eine bessere Durchblutung der Schleimhäute einher. Da gerade die Schleimhäute in der Nasen- und Rachenregion häufige Eintrittsstellen von Viren und Bakterien sind, kann regelmässiges Saunieren helfen, die lokale Abwehr zu stärken.

 

Eintrittsstellen für Viren- und Bakterien barrikadieren

Ergänzend unterstützt wird diese Barriere an den Schleimhäuten durch Abwehrstoffe im Speichel. Hier zeigt sich ebenfalls ein positiver Effekt des häufigen Saunierens, da auf längere Dauer ein Anstieg dieser Abwehrstoffe beobachtet werden kann. Somit wird die lokale Abwehr an den Schleimhäuten doppelt verstärkt.

 

Corona-Ansteckung minimieren

Das ist insbesondere in der aktuellen Situation eine nicht zu unterschätzende Wirkung. Denn auch das momentan unseren Alltag beherrschende Coronavirus sucht sich unter anderem über die Schleimhäute einen Weg in unsere Körper. Wiederholte Saunabesuche können also auch hier einer Ansteckung vorbeugen.

 

Anstieg weisser Blutkörperchen

Die positive Wirkung des Saunierens beschränkt sich jedoch nicht nur auf die lokale Abwehr, sondern das Immunsystem wird insgesamt gestärkt. So konnte zwischen wiederholten Saunabesuchen über längere Zeit und dem Anstieg von weissen Blutkörperchen ein Zusammenhang hergestellt werden. Bei weissen Blutkörperchen handelt es sich um Abwehrzellen des Körpers, die für die Bekämpfung von Krankheitserregern verantwortlich sind. Insbesondere die Anzahl der Natürlichen Killerzellen, einer Untergruppe der weissen Blutkörperchen, steigt bei regelmässigen Saunabesuchen an. Sie sind für die Unschädlichmachung von Krebs- und Virenzellen zuständig.

 

Natürliche Killerzellen gegen Krebs- und Viren

Bei steigendem Anteil Natürlicher Killerzellen im Blut können solche gesundheitsschädigenden Zellen besser abgewehrt werden. Auch hier lässt sich die Verbindung zu Corona ziehen: Dringt das Virus in unsere Körper ein, befällt es körpereigene Zellen. Diese werden von den Natürlichen Killerzellen als schädlich erkannt und vernichtet.

 

Stress abbauen

Neben unserer körperlichen Verfassung nimmt auch die Psyche einen Einfluss auf die Immunabwehr. Grundsätzlich gilt: Sind wir häufig gestresst, sind wir anfälliger für Infekte. Die Entspannung durch Saunieren kann helfen, Stress und somit auch Krankheiten vorzubeugen.

 

Unser Geheimtipp: Wie Sie das Beste für Ihr Immunsystem rausholen

Saunieren hat neben einer erhöhten Resistenz gegenüber Krankheitserregern auch einen milderen Krankheitsverlauf zur Folge, sollte man sich dennoch einen Infekt einfangen. Damit die Saunabesuche ihre volle Wirkung entfalten können, sollten Sie folgende Dinge beachten:

  • Der Saunagang muss regelmässig erfolgen. Regelmässig heisst: mindestens einmal wöchentlich. Als ideal wird eine Häufigkeit von zwei- bis dreimal pro Woche angesehen.
  • Wer eine umfassende Wirkung möchte, braucht Geduld, denn die Stärkung der Abwehrkräfte benötigt seine Zeit. Grundsätzlich rechnet man mit einigen Wochen oder sogar Monaten, während denen das Saunieren regelmässig stattfinden sollte, ehe sich die Effekte bemerkbar machen.
  • Zentral für die Abhärtung ist das Zusammenspiel der extremen Hitze mit der extremen Kälte. Das Abkühlen nach dem Saunagang ist somit Pflicht. Lässt man dieses aus, zeigt sich kaum eine positive Wirkung auf das Immunsystem.
  • Planen Sie mehrere Saunagänge hintereinander, sollten zwischen den einzelnen Saunagängen Ruhepausen eingelegt werden. Ansonsten kann die momentane Belastungsfähigkeit des Körpers überstrapaziert werden.
  • Beim Saunieren handelt es sich um eine vorbeugende Massnahme und nicht um eine Behandlungsmöglichkeit von bereits bestehenden Infekten! Tatsächlich können die starken Temperaturschwankungen eine akute Krankheit sogar verschlimmern. Fühlt man sich angeschlagen oder sogar fiebrig, sollte auf einen Saunabesuch also besser verzichtet werden.

 

 

 

Quellen

  • Brenke, Rainer (2010): Effekte und Wirkmechanismen der so genannten Abhärtung.
  • Brenke, Rainer (2015): Sauna – Mehr als Wellness.
  • Kern, Winfried V. et al. (2020): SARS-CoV-2-Infektion (COVID-19): Was kommt auf uns zu?