Saunalüftung

Belüftung, Feuchtigkeit und Co: Alles für das richtige Saunaklima

Für ein gesundheitsförderndes Saunieren ist ein angenehmes Saunaklima Pflicht. Wird die Luftfeuchtigkeit zu hoch, kann das für den Körper schnell zu einer Belastung werden, da die kühlende Funktion des Schweisses ausbleibt. Ebenfalls belastend wird der Gang in die Sauna bei einer schlechten Belüftung: da die Sauna auf den Kreislauf die Wirkung eines moderaten Ausdauertrainings hat, benötigt der Körper mehr Sauerstoff als bei normal beheizten Räumen. Wird die Sauerstoffzufuhr nicht durch eine ausreichende Frischluftzufuhr gewährleistet, kann es schnell gefährlich werden. Damit die Sauna ein Ort der Entspannung bleibt ist es deshalb wichtig, einige Punkte zu einem optimalen Saunaklima zu beachten.

«Wird die Sauerstoffzufuhr nicht durch eine ausreichende Frischluftzufuhr gewährleistet, kann es schnell gefährlich werden.»

Viele Faktoren beeinflussen das Saunaklima

Das Saunaklima ist ein relativ schwierig erfassbares Kriterium für eine «gute» Sauna, da es von vielen verschiedenen Faktoren abhängt, die sich teilweise auch gegenseitig beeinflussen. Dazu gehören Luftfeuchtigkeit, Temperatur, die Anzahl Saunagäste sowie der Anteil an Sauerstoff und CO2 in der Luft. Gelegentlich kommen auch noch andere Faktoren dazu, wie beispielsweise Stoffe aus behandelten Holzflächen, die zu geringen Teilen in die Luft aufgenommen werden können.

 

Das richtige Saunaklima beginnt bei der Planung

Damit die Sauna langfristig Freude bereitet, sollte man sich vor der Anschaffung informieren. Welches Holz eignet sich für die eigenen Ansprüche? Welcher Ofen sollte dazu verbaut werden? Was für ein Belüftungssystem sollte installiert werden?

Bei allzu günstigen Angeboten ist Vorsicht geboten. Qualität hat ihren Preis, das gilt auch für den Saunabau. Schlecht verarbeitetes Holz, schief ausgeführte Bohrungen, nicht aufeinanderpassende Elemente oder undichte Verbindungen können die Qualität des Saunaganges massiv beeinflussen und unnötig Energie kosten.

Das gleiche gilt für den eigentlichen Bau. Ohne Vorkenntnisse sollte keine Sauna auf eigene Faust gebaut werden. Fehler im Nachhinein auskorrigieren zu lassen kann schwierig und vor allem kostspieliger werden, als sich direkt auf professionelle Hilfe zu verlassen.

 

Geeignete Materialien auswählen

Bevorzugtes Material für die Sauna ist und bleibt Holz. Auch wenn es mittlerweile möglich ist, andere Materialien zu verwenden, sollten diese eher spärlich eingesetzt werden. Glasfronten und Steinwände geben zwar optisch viel her, dem Saunaklima sind sie aber deutlich weniger zuträglich als Holz. Im Gegensatz zu Glas und Stein oder anderen Materialien mit hoher Dichte kann Holz die Wärme gleichmässiger aufnehmen und abgeben. Zudem wird Holz weniger heiss; Materialien mit hoher Dichte können teilweise so viel Wärme aufnehmen, dass Verletzungsgefahr besteht.

Das Holz spielt ausserdem eine wichtige Rolle in der Regulation der Luftfeuchtigkeit. Der beim Aufguss entstehende Wasserdampf lässt die Luftfeuchtigkeit in der Sauna deutlich ansteigen. Der Effekt ist bis zu einem gewissen Grad Sinn und Zweck eines Aufgusses: dadurch wird die Temperatur in der Sauna als höher wahrgenommen, als sie eigentlich ist. Wird die Luftfeuchtigkeit allerdings zu hoch, kann das nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich werden. Holz kann die Luftfeuchtigkeit soweit absorbieren, dass sie auf einem angenehmen Niveau bleibt.

 

Die richtige Temperatur wählen

Kurz: die optimale Saunatemperatur für alle gibt es nicht. Für jede und jeden ist eine andere Temperatur angenehm. Während in Finnland Temperaturen von 100° C auch gut und gerne einmal überschritten werden können, liegt bei manchen die Schmerzgrenze bei 80° C. Wichtig ist aber, die Temperatur der Luftfeuchtigkeit anzupassen. Dabei gilt: Je feuchter es in der Sauna ist, desto geringer sollte die Temperatur sein.

Um die Temperatur zu jeder Zeit nach Wunsch regulieren zu können, empfiehlt sich der Kauf eines elektrischen Saunaofens. Erhältlich sind auch Kombiöfen, mit denen zusätzlich Dampf erzeugt werden kann. Dadurch sind neben der heissen trockenen Sauna auch feuchtere Bio-Saunas mit niedrigeren Temperaturen möglich.

 

Eine optimale Belüftung – die natürliche Variante

Das A und O für ein gesundes Saunaklima ist die Belüftung. Die Luftzirkulation wird durch zwei Öffnungen in den Saunawänden gewährleistet. Dabei sollte sich die Öffnung für die Luftzufuhr idealerweise direkt unter dem Ofen befinden. Die Luft von draussen wird somit direkt am Ofen erwärmt, sodass keine kalte Luft zu den Saunagästen gelangt. Ist die Luft erst erwärmt, steigt sie nach und nach zur Decke der Saunakabine. Dort ist eine weitere Öffnung angebracht – im Normalfall im oberen Teil der gegenüberliegenden Wand, sodass eine leichte Zugluft entsteht und die verbrauchte Luft wieder nach draussen gelangen kann. Wieviel Luft zuströmen und entweichen soll kann durch verschiebbare Riegel manuell variiert werden.

Durch dieses natürliche System der Belüftung entsteht das typische Saunaklima: in Bodennähe ist die Luft am kühlsten, an der Decke am wärmsten. Auf den unteren Saunabänken kann dadurch die Temperatur wesentlich tiefer sein als auf den oberen Bänken.

 

Automatische Belüftungssysteme

Mittlerweile gibt es auch automatische Belüftungssysteme, die das Klima auf allen Saunabänken mehr oder weniger auf dem gleichen Niveau halten können. Dazu wird der Lüftungsschlitz für die Zuluft direkt oberhalb des Saunaofens angebracht, alternativ kann er auch an der Decke oberhalb des Ofens eingebaut werden. An der gegenüberliegenden Wand in Fussbodennähe befindet sich ein elektrischer Lüfter, der die verbrauchte Luft absaugt. Dadurch entsteht ein relativ gleichmässiges Klima in der Saunakabine, sodass auch Saunagäste auf den unteren Bänken bei etwa 80 Grad Celsius schwitzen können.

Für öffentliche Saunas empfehlen sich automatische Belüftungssysteme, in der Heimsauna reicht eine natürliche Belüftung normalerweise aus. Will man aber auch zuhause nicht auf den Luxus gleichmässiger Temperaturen verzichten, sollte beim Kauf darauf geachtet werden, einen damit kompatiblen Ofen zu verbauen.

 

 

Quellen:

  • Kölling, Antje: Sauna Belüftung als Einflussfaktor für das Saunaklima. Saunen.org.
  • Müller, André: Faktoren für ein gesundes Saunaklima. Saunen.org.
  • ch (2019): Das Saunaklima – auf die Belüftung kommt es an.
  • fi: Finnish Sauna Essentials Part 5 – Air quality.
  • TylöHelo: Optimaler Luftstrom für den optimalen Saunagenuss.

 

 

 

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