Infrarot

Wir alle kommen täglich mit Infrarotstrahlen in Kontakt. Die natürliche Quelle für die wärmende Strahlung ist nämlich die Sonne. Als Teil des von ihr abgestrahlten Lichts trifft es auf die Erde. Da sich die Wellenlänge von Infrarot aber ausserhalb unseres sichtbaren Spektrums befindet, können wir das Licht jedoch nicht sehen, sondern nur mittels Thermorezeptoren als Wärme wahrnehmen.

Künstlich erzeugte Infrarotstrahlen werden in Wärmelampen oder Infrarotsaunas verwendet. Dabei wird nicht nur das wohlige Gefühl des Sonnenlichts auf unserer Haut imitiert, sondern die Strahlung wirkt sich auf sehr vielen Ebenen positiv auf unsere Gesundheit aus. Der folgende Artikel zeigt, warum Infrarot so gesund ist.

«Die natürliche Quelle für die wärmende Strahlung ist die Sonne.»

Infrarot ist nicht gleich Infrarot

Unter dem Begriff Infrarot werden drei unterschiedliche Strahlungen zusammengefasst: IR-A (Nahes Infrarot mit einer Wellenlänge von 700 – 1400 nm), IR-B (Mittleres Infrarot mit einer Wellenlänge von 1400 – 3000 nm) und IR-C (Fernes Infrarot mit einer Wellenlänge von 3000 nm – 0.1 mm). Dabei dringt IR-A als kurzwelligste der drei Strahlungen am tiefsten in den Körper ein: So tief, dass es bei falscher Anwendung zu körperlichen Schäden kommen kann. Sie werden in der Medizin zur Tiefenstrahlung verwendet, kommen auf Grund der Risiken in herkömmlichen Infrarotgeräten aber nicht vor. Für Wärmelampen und Infrarotsaunas werden IR-B und vor allem IR-C Strahlungen verwendet. Sie sind langwelliger, dringen somit weniger tief in den Körper ein und haben keine gesundheitlichen Risiken zur Folge.

 

 

Wie wirkt Infrarot auf die Körperwärme?

In herkömmlichen finnischen Saunas wird die Luft erwärmt. Trifft die warme Luft auf unsere Haut, erwärmt sie sich und führt nach und nach zu einem Anstieg der gesamten Körpertemperatur. In Infrarotsaunas hingegen absorbiert der Körper die Strahlung direkt,

wobei die Energie des Infrarots die Körpertemperatur steigen lässt. So kann bei Infrarotsaunas die Lufttemperatur im Vergleich zu finnischen Saunas deutlich niedriger gehalten werden, obwohl die Wirkung auf die Körpertemperatur dieselbe ist. Das führt gegenüber herkömmlichen Saunas zu zwei entscheidenden Vorteilen. Zum einen führt die Übertragung der Wärme direkt von der Wärmequelle zum Körper zu einem geringeren Energieverbrauch. Zum anderen kann die Wärme der Infrarotstrahlung tiefer eindringen; Während die Wärme über die Luft nur unsere Hautoberfläche erreicht, kann Infrarotstrahlung bis zu 4 Zentimeter unter unsere Hautoberfläche gelangen.

 

 

Infrarot in der Medizin

Infrarotstrahlungen werden in der Medizin schon länger angewandt. Unter anderem kommen sie bei lokalen Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, bei dermatologischen Erkrankungen oder zur Behandlung von Nervenschmerzen zum Einsatz. Neuere Studien zeigen, dass Infrarotstrahlung jedoch noch viel mehr positive Effekte auf unsere Gesundheit zeigen können.

 

 

Infrarot bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wird der Körper regelmässig Infrarotstrahlung ausgesetzt, zeigen sich eine Reihe an Verbesserungen im Herz-Kreislauf-System. So konnte bei Therapien mit Infrarotsaunas eine erhöhte Angiogenese, also eine Ausbildung von neuen aus bereits bestehenden Blutgefässen festgestellt werden. Medikamente zur Verbesserung der Angiogenese werden unter anderem als Therapie bei Arteriosklerose, also der Verengung oder sogar kompletten Verschliessung von Blutgefässen, verwendet. Arteriosklerose wiederum ist Grund für eine Vielzahl an Erkrankungen. So kann eine Arteriosklerose zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall führen. Zusätzlich zeigt die Behandlung mit Infrarot Wirkung bei Patienten mit Herzinsuffizienz. Mehrere Studien bestätigen eine Verbesserung der Pumpmenge des Herzens sowie eine Verringerung von Herzschlagarhythmien nach regelmässiger Therapie in der Infrarotsauna.

Das Saunieren mit Infrarotwärme kann auch vorbeugend genutzt werden. Durch eine Senkung des Blutdrucks und die Unterstützung der Gefässerweiterung wird das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung minimiert. Insbesondere Risikopatienten, deren Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist, profitieren von der Saunatherapie. Die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems während eines Saunagangs kann nämlich mit derjenigen eines ausgedehnten Spazierganges verglichen werden. Dadurch können auch Personen, die sich auf Grund körperlicher Beschwerden nicht regelmässig bewegen können, den Kreislauf fit halten.

 

 

Therapie bei chronischen Schmerzen

Infrarotsaunas zeigen einen positiven Effekt auf die Lebensqualität von Patienten mit chronischen Schmerzen und chronischer Müdigkeit. So konnte bei Diabetespatientinnen festgestellt werden, dass sich ein regelmässiger Saunabesuch über mehrere Wochen positiv auf das allgemeine physische Gesundheitsbefinden und die Psyche ausgewirkt hat. Die Probanden gaben an, dass sich ihre Schmerzen und die Müdigkeit signifikant verringert hatten. Die Behandlung mit Infrarotstrahlen bietet sich bei Patientinnen von Diabetes insbesondere deshalb an, weil eine Änderung der Lebensumstände, die zum selben positiven Resultat führen würde, nach Erfahrungswerten eher unwahrscheinlich ist.

Ein ähnlicher Effekt lässt sich bei Patienten mit chronischer Arthritis feststellen. Die Entzündung der Gelenke ist häufig mit starken Schmerzen oder Steifheitsgefühlen verbunden. Regelmässige Therapie mit Infrarotstrahlung kann hier helfen, indem die Schmerzen und die Steifheitsgefühle reduziert werden. Eine direkte Auswirkung auf den Krankheitsverlauf lässt sich – wie auch bei Diabetespatienten – zwar nicht feststellen. Allerdings bedeuten die Verringerungen von Schmerzen, Steifheit und Müdigkeit für die Patientinnen einen deutlichen Anstieg der Lebensqualität.

 

 

Eine Behandlung ohne Nebenwirkungen

In keiner der Studien zu Therapien mit Infrarotsaunas wurden negative Effekte auf die Gesundheit festgestellt. Unabhängig davon, ob es sich um Probanden der physisch gesunden Kontrollgruppe oder um Patientinnen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Arthritis handelte; die regelmässige Behandlung mit Infrarotstrahlung zeigte keinerlei unerwünschte Nebenwirkungen. Der Saunabesuch kann also ganz ohne Bedenken genossen werden.

 

 

Worauf Sie beim Kauf einer Infrarotsauna achten sollten

Wichtig für einen optimalen Effekt auf die Gesundheit ist die Qualität der Sauna. Hochwertige Saunas arbeiten ausschliesslich mit langwelliger Strahlung, also IR-C Strahlung. Sie wird vor allem mit den positiven Auswirkungen verbunden. Günstigere Modelle mischen die langwellige Infrarotstrahlung mit kurzwelligeren Strahlungen und zum Teil sogar mit sichtbarem Licht, wodurch der medizinische Nutzen stark verringert werden kann. Überlegt man sich die Anschaffung einer Infrarotsauna aus medizinischen Gründen lohnt es sich also, etwas mehr Geld auszugeben – und sich von einer Fachperson beraten zu lassen.

 

 

Quellen

  • Beever, Richard (2009): Far-infrared saunas for treatment of cardiovascular risk factors
  • Beever, Richard (2010): The Effects of Repeated Thermal Therapy on Quality of Life in Patients with Type II Diabetes Mellitus
  • DocCheckFlexikon, zuletzt abgerufen am 01.10.2020.
  • Källström, Miikka et al. (2018): Effects of sauna bath on heart failure: A systematic review and meta-analysis
  • Oosterveld, Fredrikus G. J. et al. (2008): Infrared sauna in patients with rheumatoid arthritis and ankylosing spondylitis
  • Vatansever, Fatma & Hamblin, Michael R. (2012): Far infrared radiation (FIR): Its biological effects and medical applications