Sauna

Sauna für ein längeres Leben?

Dass der Mensch direkten Einfluss auf seine Lebenserwartung hat, ist hinlänglich bekannt. Eine ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf Alkohol und Tabak sowie regelmässige sportliche Betätigung minimieren die Risiken, eines frühen Todes zu sterben. Auch die Sauna trägt ihren Teil bei: durch wiederholtes Schwitzen auf den heissen Bänken können die Risiken einer tödlichen Herzkrankheit verringert und Zellalterungsprozesse verlangsamt werden.

«Das Saunieren verlangsamt Zellalterungsprozesse.»

Ein gesundes Herz-Kreislauf-System

Der Zusammenhang zwischen regelmässigem Saunieren und einem fitten Kreislauf ist schon seit längerem anerkannt. In einer Reihe von wissenschaftlichen Studien sind die positiven Effekte der Sauna auf den Kreislauf untersucht und bewiesen worden. So nimmt das Risiko, an einer Herz-Kreislauferkrankung zu erkranken, mit häufigem Besuch der Sauna ab.

Eine vor fünf Jahren erschienene Studie aus Finnland geht allerdings noch einen Schritt weiter: Saunieren soll die Sterblichkeit im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich verringern.

 

Saunieren beeinflusst das Sterberisiko

In der gross angelegten Studie aus Finnland wurden über 2’000 Teilnehmer während etwas mehr als 20 Jahren beobachtet. Von den Probanden (alle befanden sich in mittlerem Alter) starben während dieser Jahre 878 in Folge eines Herzleidens. Interessant ist, dass neben bekannten Risiken wie Rauchen, übermässigem Alkoholkonsum und Begleiterkrankungen auch der Saunabesuch einen signifikanten Einfluss auf die Sterblichkeit nimmt. Als Beispiel: Diejenigen Probanden, die nach eigenen Angaben die Sauna nur einmal wöchentlich aufsuchten, waren im Vergleich zu regelmässigeren Saunagängern einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an einem Herzstillstand zu sterben. Von den Personen, die nur einmal die Woche die Sauna besuchten, starben in den 20 Jahren der Studie 10% an Herzstillstand – von denjenigen Personen, die mindestens viermal pro Woche saunierten, starben nur 5% am selben Leiden. Für weitere Herz-Kreislauferkrankungen ergeben sich ähnliche Zahlen.

 

Das richtige Mass

Saunieren alleine ist selbstverständlich kein Garant für ein längeres Leben; mit der richtigen Dosis kann das Sterberisiko aber durchaus beeinflusst werden. Am geringsten zeigt sich die Sterblichkeit bei Personen, die mehr als viermal pro Woche in die Sauna gehen. Alles darunter hat zwar auch einen positiven Effekt, aber nicht im selben Masse. Neben der Häufigkeit ist auch die Dauer des Saunaganges entscheidend: Wird weniger als 11 Minuten pro Durchgang sauniert, zeigt die Prävention kaum Wirkung. Erst ab 11 Minuten wird das Sterblichkeitsrisiko signifikant beeinflusst. Allzu lange ist jedoch auch nicht gesund: Verbringt man mehr als 19 Minuten pro Durchgang in einer Sauna, zeigt sich wiederum eine Erhöhung des Risikos, einen Herzstillstand zu erleiden.

 

Sauna als Teil der individuellen Risikoabwägung

Das Risiko, an einem Herzleiden zu sterben, kann für jeden Patienten individuell geschätzt werden. Miteinbezogen werden die bereits erwähnten Kriterien wie Gewicht, Ausmass der sportlichen Betätigung, Medikamenteneinnahme, Ernährung und noch einige mehr. Mittels statistischer Verfahren wird anhand der Kriterien das individuelle Risiko ermittelt und damit abgeschätzt, ob Handlungsbedarf besteht. Ob, bzw. wie oft und wie lange sauniert wird, kann hier in die Berechnungen miteinfliessen und hat signifikanten Einfluss auf die Präzision der Schätzungen. Im Rahmen der Prävention scheint es also sinnvoll, Saunabesuche mit zu berücksichtigen.

 

 

Zellalterung durch freie Radikale

Die Sauna nimmt auch noch auf einem anderen Weg Einfluss auf unsere Lebenserwartung, und zwar durch ein Verlangsamen der Zellalterung. Diese Hypothese basiert auf der Theorie der freien Radikale, die 1956 von Denham Harman erstmals postuliert und von da an beständig weiterentwickelt wurde. Der Kern der Theorie lässt sich folgendermassen zusammenfassen: Freie Radikale sind ein Stoffwechselprodukt, das bei der Verwertung von Sauerstoff in den Zellen entsteht. Dabei handelt es sich um sehr reaktive Stoffe, die Zellschäden nach sich ziehen können. In Folge gehäufter Zellschädigungen durch freie Radikale altert die Zelle und damit auch der Körper: der Prozess endet mit dem Tod. Die durch die freien Radikale entstandenen Schäden an der Zelle werden auch mit diversen Krankheiten in Verbindung gebracht, wie beispielsweise Krebs und Alzheimer.

 

Die wichtige Rolle der Antioxidantien

Antioxidantien sind Stoffe, die die freien Radikale binden und somit unschädlich machen können. Sie werden einerseits durch den Körper selber gebildet, andererseits nehmen wir sie durch Nahrungsmittel auf. Beispiele für Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil an Antioxidantien sind Beeren, Trauben oder auch Grüner Tee.

Die Aufnahme von Antioxidantien durch Nahrungsmittel kann relativ einfach beeinflusst werden. Aber auch die Bildung von körpereigenen Antioxidantien ist bis zu einem gewissen Grad steuerbar: beispielsweise durch regelmässigen Sport oder die Sauna.

 

Besserer Abbau von freien Radikalen durch die Sauna

Während eines Saunaganges wird die Bildung von freien Radikalen erst einmal erhöht. Durch die gesteigerte körperliche Belastung wird der Stoffwechsel von Sauerstoff angeregt, was zu einem kurzfristigen Überschuss von freien Radikalen führt. Langfristig beeinflusst die Sauna die Anzahl freier Radikale allerdings positiv: Der Körper passt die Produktion von Antioxidantien der erhöhten Belastung an und kann eine Anhäufung von Radikalen somit besser bewältigen. Dadurch wird das Risiko von Zellschäden minimiert, der Alterungsprozess verlangsamt und (hält man sich an die Theorie der freien Radikale) das Leben verlängert.

 

Quellen:

  • Beckman, Kenneth B. & Ames, Bruce N. (1998): The Free Radical Theory of Aging Matures.
  • Brenke, Rainer (2015): Das Potenzial der Sauna im Rahmen der Prävention – eine Übersicht neuerer Erkenntnisse.
  • Frankel, Edwin N. (2000): Food antioxidants and phytochemicals: present and future perspectives.
  • Laukkanen, Tanjaniina; Khan, Hassan; Zaccardi, Francesco; Laukkanen, Jari A. (2015): Association Between Sauna Bathing and Fatal Cardiovascular and All-Cause Mortality Events.
  • Laukkanen, Tanjaniina; Kunutsor, Setor K.; Khan, Hassan; Willeit, Peter; Zaccardi, Francesco; Laukkanen, Jari A. (2018): Sauna bathing is associated with reduced cardiovascular mortality and improves risk prediction in men and women: a prospective cohort study

 

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