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 Schwitzen Sie sich gesund! Welche Schadstoffe beim Saunieren ausgeschieden werden.

 

Schweiss ist in erster Linie eine Methode des Körpers, sich abzukühlen um die Körpertemperatur auf einem normalen Niveau zu halten. In der Sauna ist dieser Effekt schon nach ziemlich kurzer Zeit spürbar: Die extrem heissen Temperaturen führen dazu, dass man zwischen 400 und 600g Schweiss pro Saunagang verliert. Durch die geringe Luftfeuchtigkeit verdampft übrigens ein Grossteil (an die 40%!) des Schweisses direkt, also noch ehe sich Tröpfchen am Körper bilden konnten. Schweiss ist aber nicht nur eine Abkühlmethode. Neben Wasser wird über Schweiss eine Vielzahl anderer Stoffe ausgeschieden, wozu auch Schadstoffe gehören. Welche das sind, wird im folgenden Beitrag gezeigt.

«Pro Saunagang verlieren Sie zwischen 400 und 600 Gramm Schweiss.»

Die Dosis macht das Gift

Tagtäglich kommen wir mit Stoffen in Kontakt, die für uns potenziell schädlich sind. Potenziell deshalb, weil sie manchmal in so geringen Mengen vorkommen, dass sie keine spürbaren Auswirkungen auf unseren Körper haben. Denn wie bereits Paracelsus im 16. Jahrhundert wusste: die Dosis macht das Gift. Allerdings können auch kleinere Mengen jeden Tag mit der Zeit negative Wirkungen auf die Gesundheit haben, wenn sie sich im Körper ablagern können. Deshalb ist es wichtig, dass solche Schadstoffe ausgeschieden werden. Ein Grossteil der gesundheitsschädigenden Stoffe wird über den Urin ausgeschieden, aber auch Schweiss transportiert Schadstoffe aus dem Körper. Wie eine Studie zeigen konnte, werden gewisse Stoffe sogar hauptsächlich über den Schweiss ausgeschieden: dazu gehören unter anderem Chlorkohlenwasserstoffe und einige toxische Metalle.

Chlorkohlenwasserstoffe

Nicht alle Chlorkohlenwasserstoffe sind für den Menschen gefährlich. Einige der Formen, mit denen wir am häufigsten in Kontakt kommen, sind es jedoch leider. Die Stoffe dieser Gruppe kommen hauptsächlich in Pflanzenschutzmitteln der industriellen Landwirtschaft vor. Durch die Aufnahme von Nahrungsmitteln, die mit Pestiziden behandelt wurden, gelangen sie in unsere Körper – und bleiben dort. Da sie für den Körper schwer abbaubar sind, lagern sie sich über die Zeit an und können so zu Schädigungen an Nervenzellen führen. In leichten Fällen kann es in der Folge zu vermehrten Kopfschmerzen kommen, in schweren Fällen sogar zu Herz- und Atemstillstand. Da Chlorkohlenwasserstoffe vor allem über den Schweiss ausgeschieden werden, wirkt regelmässiges Schwitzen in der Sauna hier vorbeugend und wird von Forschern sogar als Therapie bei erhöhter Chlorkohlenwasserstoffbelastung in Betracht gezogen.

Cadmium

Dieses Schwermetall kommt natürlicherweise relativ selten vor. Dennoch konnten einige Nahrungsmittel als Cadmiumquellen ausgemacht werden: Pilze, Schalentiere, Seetang und auch Kakaopulver können Cadmium aus der Umwelt aufnehmen. Da Cadmium jedoch teilweise als Dünger verwendet wird, können andere, industriell hergestellte Nahrungsmittel ebenfalls Cadmium enthalten. Ausserdem gilt Zigarettenrauch als cadmiumhaltig.

Das giftige Metall ist bereits ab einer relativ geringen Menge schädlich. Es kann sich in den Knochen und Nieren ablagern und dort den Abbau des Gewebes zur Folge haben. Auch negative Effekte auf das Immun- und Nervensystem sind bekannt. Damit es nicht soweit kommt, ist eine rasche Ausscheidung des Stoffes wichtig. Diese erfolgt vor allem über den Schweiss: eine Studie konnte zeigen, dass die Konzentration von Cadmium in Schweiss bis zu 91-mal höher sein kann als im Urin!

Blei

In geringen Mengen ist Blei zwar ungefährlich, aber auch dieses Metall kann der Körper nur schlecht abbauen. Kommt man immer wieder in Kontakt mit Blei, lagert es sich in den Knochen ab. Auf längere Dauer hindert Blei den Körper an der Produktion von funktionsfähigem Hämoglobin, das für den Transport von Sauerstoff im Blut verantwortlich ist. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung des Körpers gestört.

Blei kann über mehrere Wege in unsere Körper gelangen. Zum einen wird Blei als Staub in der Industrie verursacht und kann unbemerkt mit der Luft eingeatmet werden. Der Bleistaub kann sich aber auch auf Pilzen und Pflanzenblättern ablagern und so durch Nahrungsmittel aufgenommen werden. Ebenfalls bekannt ist eine Aufnahme über Trinkwasser, wenn das Wasser aus mit Blei belasteten Böden stammt.

Um eine Ablagerung von Blei im Körper zu verhindern, wird regelmässiges Schwitzen in der Sauna empfohlen. Denn auch wenn Blei zusätzlich über den Urin aus dem Körper transportiert wird, wird ein Grossteil des Schadstoffes (im Durchschnitt 17-mal mehr) über den Schweiss ausgeschieden.

Aluminium

Aluminium ist aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Sei es in Reinform als Alu Dosen und Alufolie oder als Zusatz in Deos und Sonnenschutzmitteln – wir kommen tagtäglich mit dem Metall in Kontakt. Fakt ist, dass wir pro Tag im Durchschnitt 25mg Aluminium alleine durch Nahrung zu uns nehmen: über Pflanzen, die Aluminium über die Böden aufgenommen haben oder über Aluminiumspuren in Nahrungsmitteln wie Schmelzkäse oder Backpulver. Aluminium ist zwar nicht im gleichen Masse giftig wie etwa Blei oder Cadmium (sonst würde es kaum so häufig in Gebrauchsgegenständen enthalten sein), aber auch dieses Metall kann bei hoher Konzentration krankheitserregend sein. So schädigt Aluminium auf die Dauer Leber und Nieren, stört den Knochenstoffwechsel und gilt als Risikofaktor für Arthritis.

Auch hier hilft regelmässiges Schwitzen, um die Schadstoffkonzentration möglichst gering zu halten. Im Gegensatz zu den anderen Schadstoffen kann Aluminium zwar auch in grösseren Mengen über den Urin ausgeschieden werden, die Aluminiumkonzentration im Schweiss ist allerdings immer noch doppelt so hoch.

Quellen

  • de: Lexikon
  • Eiser, Arnold (2018): Sauna Bathing and Healthy Sweating: II
  • Genuis, Stephen J. et al. (2011): Blood, Urine, and Sweat (BUS) Study: Monitoring and Elimination of Bioaccumulated Toxic Elements
  • Genuis, Stephen J. et al. (2016): Human Elimination of Organochlorine Pesticides: Blood, Urine, and Sweat Study
  • Hänninen, Osmo (1986): The Sauna – Stimulating and Relaxing
  • de: Chlorkohlenwasserstoffe