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Strenge Hygienevorschriften in öffentlichen Wellness-Betrieben

 

Die globale Pandemie hat unsere Einstellung zu Hygiene vielerorts verändert. Insbesondere im öffentlichen Raum geriet die Hygiene durch SARS-CoV-2 immer mehr in den Fokus. Das gilt nicht zuletzt für Sauna- und Thermalanlagen. Auch wenn Wellnessbetriebe in der Schweiz mittlerweile wieder öffnen durften, bleibt die Angst vor Ansteckungen in den geschlossenen Räumen für viele bestehen. Der folgende Artikel zeigt auf, wie Hygienemassnahmen sowohl von Saunabetreibern als auch Gästen umgesetzt werden können – und wie der Hygiene-Aspekt in der Planung neuer Anlagen mitgedacht werden kann.

«Das Wasser für Duschen, Thermalbecken und andere Wellness-Angebote muss zwingend Trinkwasserqualität aufweisen.»

COVID-19 verändert Hygienebewusstsein

Seit Ende 2019 prägt das Coronavirus die weltweite Berichterstattung – und unseren Alltag. Im Zuge von Lockdown, Shutdown und weiteren vom Bund verordneten Massnahmen zur Eindämmung des neuartigen Virus veränderte sich unser Bewusstsein hinsichtlich der privaten wie öffentlichen Hygiene. Das regelmässige Desinfizieren der Hände wird zur Gewohnheit, Körperkontakt zu Unbekannten wird noch bewusster vermieden und die Hygienemaske ist längst stetiger Begleiter im öffentlichen und teilweise sogar privaten Raum. Der Gedanke an die Hygiene, sei es nun die eigene oder die der anderen, ist allgegenwärtig. Das gilt auch für Wellnessbetriebe.

 

Strenge Hygienevorschriften

Unabhängig von COVID-19 gelten und galten in der Schweiz strenge Hygienevorschriften in öffentlichen Spa-Anlagen. So muss das Wasser für Duschen, Thermalbecken und andere Wellness-Angebote zwingend Trinkwasserqualität aufweisen. Um die Wasserqualität zu gewährleisten, muss sie zweimal täglich kontrolliert werden; dazu gehört unter anderem die Kontrolle des pH-Wertes und der Desinfektionsmittelkonzentration. Filteranlagen müssen in regelmässigen Abständen geprüft und gegebenenfalls umgehend repariert werden. Oberflächen wie Liegestühle, Bänke in Umkleideräumen und Waschbecken werden mehrmals täglich gereinigt und desinfiziert.

Auch Gäste wurden bereits vor der Pandemie dazu angehalten, gewisse Hygieneregeln zu befolgen. So ist beispielsweise das Duschen vor Betreten der Wellness-Anlage obligatorisch und in Fitness-Bereichen sowie Solaranlagen werden Besucher gebeten, die Oberflächen der Geräte vor und nach der Benutzung mit Alkoholreiniger abzuwischen.

 

Hygiene während der Pandemie

Seit dem 31. Mai dürfen Wellness-Anlagen ihren Betrieb unter zusätzlichen Hygienemassnahmen wieder aufnehmen. Dazu gehören zum einen die allgemeinen, persönlichen Hygienemassnahmen für Mitarbeitende wie regelmässiges Reinigen der Hände, Abstandhalten und das Tragen der Gesichtsmaske. Zusätzlich muss der Betrieb darauf achten, die Räumlichkeiten hygienisch zu halten: Kontaktflächen müssen in regelmässigen Abständen desinfiziert werden, Abfalleimer zur Entsorgung von Gesichtsmasken müssen regelmässig geleert und die Räumlichkeiten sollten stündlich für 5 – 10 Minuten gründlich gelüftet werden. Arbeitskleidung sollte nach jedem Einsatz gewechselt und gereinigt werden; werden den Gästen Textilien zur Verfügung gestellt, müssen diese ebenfalls nach jedem Kundenwechsel mit mindestens 60 Grad gewaschen werden.

Zusätzlich zu den Schutzkonzepten gelten immer noch Einschränkungen bezüglich der Besucherzahlen. Die maximal erlaubte Anzahl Personen ist dabei abhängig von der Fläche des Betriebs. Es gelten sowohl Beschränkungen für den gesamten Betrieb als auch für einzelne abgeschlossene Räume wie Sauna- oder Dampfkabinen.

Arbeitet ein Betrieb mit dem Covid-Zertifikat und lässt nur Personen eintreten, die entweder geimpft, getestet oder genesen sind, können einige Hygienemassnahmen fallen gelassen werden. Beispielsweise kann die Maskenpflicht in Innenräumen aufgehoben werden; eine Einschränkung der Besucherzahlen für einzelne Räume ist dann ebenfalls nicht mehr nötig.

 

Vielen Dank für Ihre Unterstützung! Was Sie als Gast tun können

Für das Erstellen und Einhalten der Schutzkonzepte ist zwar der Betrieb verantwortlich – mit Ihrer Mithilfe können Sie den Saunabesuch für sich und andere jedoch zusätzlich sicherer gestalten. Dazu gehört zum einen das Einhalten der Schutzkonzepte und der Hygieneempfehlungen: Auch als Gast sollten Sie sich regelmässig die Hände waschen und desinfizieren, wo nötig eine Gesichtsmaske tragen und auf den Abstand zu anderen Gästen achten. Husten oder Niesen Sie in Ihren Ellenbogen statt in Ihre Hände und vermeiden Sie es, sich mit den Händen in das Gesicht zu fassen. Duschen Sie vor dem Besuch der Anlage gründlich und nutzen Sie die vorhanden Gästetücher; wenn Sie lieber eigene Tücher mitnehmen wollen, achten Sie darauf, dass sie jeweils frisch gewaschen sind. So lassen Sie den Viren keine Chance.

 

Kaum vorhandene Ansteckungsgefahr

Werden die Schutzkonzepte befolgt und die Hygienemassnahmen umgesetzt, besteht kaum die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Hinzu kommt, dass die heissen Temperaturen in Sauna, Dampf- und Thermalbad für Viren und Bakterien generell keinen geeigneten Lebensraum darstellen. Bei Temperaturen über 60 Grad, wie sie in der Sauna normalerweise herrschen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Krankheitsübertragung äusserst gering. Das dem Wasser zugesetzte Desinfektionsmittel tötet Keime zusätzlich ab und auch Filteranlagen für Wasser und Luft sorgen dafür, dass sich Krankheitserreger nicht vermehren können. 

 

Zukünftige Hygienekonzepte

Um auch in Zukunft gegen die Gefahren einer Pandemie gewappnet zu sein, stellt sich die Frage der Hygiene bereits bei der Planung neuer oder der Renovation bestehender Spa-Anlagen. So lohnt es sich beispielsweise, neu errichtete oder veränderte Bereiche erst einer Gefahrenanalyse zu unterziehen: gibt es Bereiche in den Gängen, an denen sich Wasser sammeln und somit ein Nährboden für Keime entstehen kann? Erreichen die Pooldüsen alle Winkel des Thermalbeckens, sodass sich das Desinfektionsmittel im gesamten Wasser gleichmässig verteilen kann?

Bei der Auswahl der Materialien empfiehlt es sich ebenfalls, die Hygiene zu bedenken. Glatte Flächen sind grundsätzlich leichter zu reinigen als unebene und sollten deshalb überall wo möglich verbaut werden. Für Türklinken oder ähnliche Kontaktflächen sind Metalle erhältlich, die Viren und Bakterien abtöten. Für Sauna- oder Dampfkabinen eignen sich Metalle aufgrund der Erhitzungsgefahr kaum; dort können stattdessen Armaturen eingesetzt werden, die sich auch ohne direkten Kontakt betätigen lassen. Solche innovativen Ideen können in Zukunft dazu beitragen, den Genuss der Wellness auch in Pandemiezeiten öffentlich zugänglich zu machen.

 

Quellen

  • admin.ch: Coronavirus: so schützen wir uns.
  • ch: Leitlinie gute Verfahrenspraxis im Gastgewerbe (GVG).
  • ch: Schutzkonzept für Betriebe mit Wellness und Spa, Schwimmbäder, Saunen/Dampfbäder, Sportanlagen unter COVID-19.
  • Tga-praxis.de: Hygiene in Schwimmbad und Sauna.

 

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